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Das Sprinter-Café am Meer

Das Sprinter-Café am Meer

Hi, Wir sind Falco, Elena & Lina.

Angefangen hat alles, als unsere Tochter Lina auf die Welt kam. Seitdem ist unser Sprinter für uns drei kein Auto mehr, sondern unser rollendes Zuhause, mit dem wir oft wochenlang, manchmal monatelang unterwegs sind. Wir würden uns ja gern einfache Camper nennen, aber das wäre vermutlich mangelnde Selbstreflexion. Ich habe Lust, technisch auszureizen, was geht: Es fängt bei einer Wasserfilteranlage an, geht über ein autarkes Energiesystem und bringt uns mit der CAVI jetzt auch noch den Ritterschlag fürs Kaffeeritual. Das heißt aber nicht, dass es immer ein High-End-Ausbau sein muss, ich bin überzeugt, das Konzept funktioniert genauso mit kleineren Autos und weniger Komplexität. Das hier ist unser Reisebericht.

Von der Île de Ré in die Camargue - Erst Wellen, dann Flamingos

Den Atlantik haben wir uns über die letzten Jahre Stück für Stück erschlossen, Touren in Spanien, weiter runter Richtung Portugal, vor allem aber Frankreich von Nord nach Süd, meist mit einem Schlenker über die Mittelmeerküste auf dem Rückweg. Dieses Jahr haben wir uns ganz bewusst nur die Region rund um die Île de Ré vorgenommen und dort mit Freunden eine Woche verbracht, samt ein paar guter Surf-Sessions im Norden der Insel, bis uns das schlechte Wetter einholte. Also sind wir diagonal durch Frankreich abgehauen und nördlich der Pyrenäen am Mittelmeer wieder rausgekommen. Von dort ging's Etappe für Etappe hoch bis in die Camargue, wo wir in Saintes-Maries-de-la-Mer noch eine zweite Woche blieben, bevor wir über die Schweiz heimgefahren sind.

Dieses Jahr hatten wir zum ersten Mal eine Siebträgermaschine dabei, die CAVI Core. Neben dem ganzen Off-Grid-Kram, den man als Camper so anschleppt, war das nochmal eine eigene Liga: das Kaffeeritual einfach mitnehmen zu können. Die Reaktionen waren herrlich. Irgendwann hab ich das Ding in den Rucksack gepackt, bin damit in die Stadt und hab's ein paar Leuten gezeigt, selbst den Italienern eine deutsche Espressomaschine unter die Nase zu halten war kein Tabubruch, im Gegenteil.

Am nächsten Morgen standen sie alle bei uns am Bus und haben sich einen Espresso abgeholt.

 

Das kleine Café, das keines sein sollte

Ich mache wahnsinnig gern Kaffee für andere. Wäre ich kein Ingenieur geworden, stünde ich heute vermutlich in einem Café hinter der Maschine, das hat für mich etwas Beruhigendes, und man bekommt so viel zurück. An dem Spot, wo wir fast eine Woche standen, haben wir genau deshalb aus dem Bus heraus ein kleines Café aufgebaut, ein bisschen inszeniert, dafür war ich mir nicht zu schade. Nomad Coast im Siebträger, die Nachbarn eingeladen, und nach und nach saß einer nach dem anderen bei uns am Platz.

Der schönste Moment war am Ende kein einzelner, sondern jeder Morgen aufs Neue: Freunden und Familie etwas Gutes tun, bei jeder Latte Art ein Stück besser werden, das Ganze sauber zu einem guten Ergebnis bringen. Eine im Grunde primitive Aufgabe, die mich trotzdem unendlich erfüllt. Es ist genau diese Komplexität, die mir einfach Spaß macht.

Würden wir wieder?

Ehrlich? Ich will das nicht mehr missen. Und mal unter uns: Die meisten Technikspielereien der Männer werden zuhause nicht gerade mit offenen Armen empfangen, das kennt der eine oder andere vielleicht. Bei einer guten Kaffeemaschine hatte die Chefin aber ausnahmsweise keine Einwände: fetter grüner Haken bei allen Familienmitgliedern. Klar bleibt das eine Gratwanderung zwischen Technikverliebtheit und ein bisschen Spinnerei, aber wer einmal Spaß am ganzen Workflow gefunden hat, am Mahlen, am Tampen, an der Präzision, versteht es sofort. Der Traum wäre, dass sich der Ablauf irgendwann noch vereinfachen lässt, ich bin sicher, die Jungs dahinter sind längst dran. Bis dahin reist das Ritual einfach mit.